Surfcamp Erfahrungsbericht: Rapture Ericeira

  • ✅ wenige Gehminuten zum Surfspot
  • ✅ Surfkurse täglich flexibel buchbar
  • ✅ gut für kontaktfreudige Surfer
  • ⛔ Platzmangel
  • ⛔ wenig Komfort
 

Im Surfcamp-Test: das Rapture Camp in Ericeira

Ein Australier und ein Österreicher sind die Hintermänner der Rapture Surfcamps, wodurch du mit Deutsch und bescheidenen Englisch-Kenntnissen schon ausgezeichnet zurecht kommst. Getroffen haben sich die beiden Gründer in Marokko und dort haben sie auch das erste Rapture Camp aufgebaut. Mittlerweile gibt es das erfolgreiche Camp auch auf Bali (2 x), in Nicaragua und natürlich in Portugal. Unser Erfahrungsbericht konzentriert sich vorerst einmal auf das Rapture Surfcamp in Ericeira.

Im folgenden Rapture Surfcamp Portugal Erfahrungsbericht sehen wir uns an, wie das Camp hinsichtlich Unterkunft, Surfen und Preis/Leistungsverhältnis abschneidet:

  1. Bietet Rapture eine schöne Unterkunft?
  2. Wie bewerten wir das Surfen im Rapture Camp?
  3. Welche Extras bietet das Rapture Surfcamp Ericeira?
  4. Sind die Preise konkurrenzfähig?
  5. Fazit – empfehlen wir dir das Rapture Surfcamp in Portugal?

 
Du hast andere Erfahrungen mit dem Rapture Surfcamp gemacht? Es gab inzwischen wichtige Änderungen im Camp? Teil uns deine Erfahrungen mit – wir freuen uns auf deine Infos und Hinweise an office@surfboard-test.com!

 

1. Wie bewerten wir die Unterkunft des Rapture Camps in Ericeira?

Was vor Ort direkt auffällt und etwas verwundert, ist die Tatsache, dass das Surfcamp auf den ersten Blick nicht als solches erkennbar ist. Weder Wegweiser noch Schilder deuten darauf hin, dass man hier richtig ist. Angeblich will man man sich dadurch eine Menge Anfragen hinsichtlich Surfboards und Verleih-Equipment sparen. Hast du das Camp aber erst einmal gefunden, spielt das natürlich keine Rolle mehr.

Die Größe der Unterkunft oder besser gesagt die Überschaubarkeit des Camps bleibt ebenfalls nicht lange verborgen und kontaktscheu solltest du nicht sein, wenn du deinen nächsten Surfurlaub im Rapture Camp verbringen möchtest.

ein 6-Bett-Gemeinschaftszimmer ©surfboard-test.com

Dabei kannst du bei Rapture aus den folgenden Unterkunfts-Optionen wählen:

  • 4-6 Bett Gemeinschaftszimmer
  • Double Camp
  • Double Appartment.

Zusätzlich zu den Möglichkeiten im Surfcamp, kannst du über Rapture auch „Surf-Appartments“ sowie ein „Surf-Resort“ buchen. Bei den zwei verfügbaren „Surf-Resorts“ handelt es sich um voll ausgestattete Bungalows, die dir gemeinsam mit 3 weiteren Personen Platz bieten.

Üblicherweise werden dir gemischt-geschlechtliche Zimmer angeboten. Ist es dir jedoch anders lieber, bemüht sich das Rapture Camp auf deine Wünsche einzugehen, sofern du rechtzeitig Bescheid gibst.

Wir befanden uns im 4-Bett-Zimmer, welches als eines der größeren gilt. Platz ist dort allerdings nicht viel und zwischen den beiden Stockbetten kannst du dich genau einmal um die eigene Achse drehen. Für 4 Personen stehen ein offenes Regal, ein Kleiderständer mit rund 10 Bügeln sowie 3 ausfahrbare Schubladen pro Stockbett zur Verfügung. Toll ist der Balkon des 4-Bett-Zimmers, welcher gemütliche Sitzgelegenheiten mit Blick auf den Strand sowie den Sonnenuntergang bietet.

 

eine der gemütlichen Terrassen ©surfboard-test.com

Das Rapture Camphaus besteht aus drei seperat zugänglichen Bereichen, die neben den jeweiligen Schlafräumen ein Badezimmer mit einem Waschbecken sowie einem WC besitzen. Nachdem in der Hochsaison bis zu 12 Personen in einem Bereich leben, können wir dies schlichtweg nur als unzureichend bezeichnen. Trotz täglicher Reinigung kann dir daher auch keine hohe Sauberkeit der Sanitäranlagen garantiert werden. Immerhin gibt es noch zwei weitere Duschen und WCs, für alle zugänglich, im Hauptbereich.
In einem der Teilbereiche fiel manchmal das warme Wasser aus. Dies war hoffentlich nur ein vorübergehendes Problem und dürfte im Hochsommer nicht allzu viel ausmachen. Bei Surfsessions im Frühjahr oder Herbst, bei denen du schon leicht unterkühlt vom Strand zurück kommst, ist dies aber weniger erfreulich. In unserem Fall mussten wir auf die Duschen im Hauptbereich ausweichen, was bei höherer Auslastung wohl zu Wartezeiten geführt hätte.

Der gemeinschaftliche Essensbereich befindet sich draußen. Das ist im Sommer lässig, im Frühjahr oder Herbst aber doch etwas frisch.
Gekocht wird vom Rapture Camp Team und das auch wirklich hervorragend. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit Extras wie Chia-Samen und Ähnlichem steht von 8:00 bis 11:00 Uhr für dich bereit. Sind die Wellen in den Morgenstunden am Besten, so bekommen Frühaufsteher eine kleinere Vorab-Auswahl.
Das im Preis inkludierte Abendessen besteht jeweils aus einem fixen Gericht mit Salat. Auf Intoleranzen, Allergien und Sonderwünsche wird gerne Rücksicht genommen, gib diese aber am besten gleich bei deiner Buchung an. Dein Essen wird dir direkt an den Essplatz serviert und ein Nachschlag ist natürlich auch möglich.
In Summe gesehen lassen das Essen sowie die Verpflegung im Rapture Camp Portugal keine großen Wünsche offen.

 

der überdachte Outdoor-Essensbereich ©surfboard-test.com

Ebenfalls im gemeinschaftlichen Hauptbereich gibt es einen Aufenthaltsraum sowie den Surf-Equipment-Room und die Terrasse. Der Aufenthaltsraum ist eher klein und bietet eine Couch sowie einen Computer. Die Terrasse ist richtig nett und stellt das Highlight des Surfcamp-Hauses dar. Der Ausblick ist toll und die chilligen Sitzmöglichkeiten tun ihr übriges.
Im Equipment-Raum findest du kostenlose Fahrräder und Skateboards zum Ausleihen und auch ein Tischtennis-Tisch sowie ein Kicker stehen bereit. Besonders cool finden wir, dass du dir außerhalb der Surfkurse auch jederzeit das Surfequipment schnappen kannst, um dich auf eigene Faust in die Wellen zu stürzen.

 

©surfboard-test.com
 

2. wie gut ist „das Surfen“ im Rapture Camp Ericeira?

Ericeira ist eigentlich der Surfer-Hotspot Portugals. Buchst du dort ein Camp, willst du vermutlich auch mitten im Geschehen sein. Bei Rapture bist du rund 5 Gehminuten vom beliebten Surfstrand „Foz do Lizandro“ entfernt. Dieser ist für Anfänger bestens geeignet, bietet aber auch Fortgeschrittenen Surfern viel Spaß.
Das Ortszentrum von Ericeira und die dortigen Strände sind dann doch ein Stückchen weiter weg. So gehst du schon gut 30 Minuten zum City Center, wenn du dir nicht ein Fahrrad nimmst (rund 10 Minuten) oder ein Taxi nutzt (knapp 5 Minuten).

 

mit Rapture am Foz do Lizandro ©surfboard-test.com

Vom Surfen her, wirst du in Europa nicht viele bessere Destinationen als Ericeira finden. Rund 15 unterschiedliche Breaks stehen dir innerhalb von nur 8 Kilometern Küstenlinie zur Auswahl, mit den langen und hohen Wellen von Coxos als absolutem Highlight. Die Swell-Konsistenz von 56 % ist hervorragend und im Vergleich zu Hossegor (FRA) mit 41 %, Zarautz (ESP) mit 42 % oder der Algarve mit 47 % die beste an der europäischen Atlantik Küste.

Anfänger und Fortgeschrittene halten sich mit dem Rapture Camp entweder am Hausstrand oder an einem der nächstgelegenen Strände auf. Die Profi-Gruppe steuert je nach Wellenbericht den vielversprechendsten Surfspot an und nimmt auch etwas längere Fahrten in Kauf.

Bevor es ins Wasser geht, wird sich gemeinsam aufgewärmt. Es folgen Hinweise zur aktuellen Wellensituation und ein Trocken-Training zum Take-off am Strand.
Anfänger und Fortgeschrittene surfen jeweils auf Softboards, wobei verschiedene Größen verfügbar sind.
Im Wasser angekommen, stellen sich die Surflehrer der Anfänger mit ausreichendem Abstand nebeneinander auf. Als Surfschüler stellst du dich nun dahinter in eine Reihe und Einer nach dem Anderen kommt dran. Neben dem Coach legst du dich auf dein Board und dieser sagt dir dann, ab wann du paddeln sollst. Er gibt dir noch einen festen Stoß und dann liegt es an dir, richtig aufzustehen und die Weißwasser-Welle zu surfen.
Dadurch schaffst du es einerseits sehr schnell das Gefühl des Surfens zu erleben und bekommst viel individuelles Feedback. Du kommst andererseits aber recht selten an die Reihe und du lernst erst einmal wenig über die richtige Wave-Selection oder deine Positionierung im Wasser.
Ob dir diese Art des Coachings gefällt oder nicht, ist wohl Geschmacksache und wir erlauben uns an dieser Stelle nicht, eine Bewertung alà richtig oder falsch abzugeben. Was die Coaches angeht können wir allerdings nur Positives vermelden: alle waren sehr motiviert, kompetent und jederzeit freundlich und respektvoll.

Die Gruppengröße variiert sehr stark, da du dich jeden Tag aufs Neue entscheiden kannst, ob du am Surfkurs teilnimmst. Machst du das nicht, musst du für diesen Tag auch nicht bezahlen. Dadurch kann es aber schon vorkommen, dass 8 oder mehr Surfer auf einen Coach kommen, was bei der erwähnten Vorgehensweise zu längeren Wartezeiten im Wasser führen kann.

Ein tolles Extra wenn du bei Rapture Ericeira surfst, sind die Fotos, welche während jeder Session gemacht werden. Diese stehen später am Gemeinschafts-PC zur Verfügung und du kannst sie gegen eine kleine Gebühr erwerben. Die Qualität ist dabei sehr gut und du ersparst es dir, dich selbst mit einer GoPro oder Ähnlichem um lässige Surffotos zu bemühen.

 

© rapture surfcamps

Unser Rapture Camp Surf-Fazit fällt grundsätzlich sehr positiv aus. Die Nähe zum Strand und die Möglichkeit, jederzeit ein Board auszuborgen sind top. Die Surflehrer wissen wovon sie sprechen und du wirst dich als Anfänger und Fortgeschrittener im Rapture Camp gut weiterentwickeln. Gehst du aber lieber selbständig auf Wellenjagd und willst dich nicht immer wieder in einer Reihe anstellen, um auf deinen Turn zu warten, so verzichtest du besser auf den Anfängerkurs und ziehst auf eigene Faust los – Grundkenntnisse vorausgesetzt.
Als weiter fortgeschrittener Surfer wirst du in der Profi-Gruppe viel Spaß haben und mit den Jungs immer zu den besten Surfspots Portugals fahren.

 

3. welche Extras bietet das Rapture Surfcamp Portugal?

Direkt bei deiner Ankunft erhältst du ein cooles Rapture Camp Goodie-Package. Die lässige Stofftasche beinhaltet eine coole Wasserflasche, die nicht nur gut aussieht sondern auch recht hochwertig ist.

Die Hausbar, welche spontan nach Lust, Laune und Nachfrage geöffnet wird, bietet dir selbst gemixte Cocktails. Fahrräder, Skateboards und das Surfequipment kannst du dir jederzeit kostenlos ausleihen.
Gegen Aufpreis werden dir auch Yoga, Massagen, Stand-up-Paddling und weitere Aktivitäten angeboten.

 

©surfboard-test.com

Die Surflehrer halten sich zumeist auch rund ums Camp auf und sind gerne bei gemeinsamen Aktivitäten dabei. Willst du das Nachtleben rund um Ericeira erkunden und die ein oder andere Party besuchen, findest du im Rapture Camp Portugal definitiv Gleichgesinnte, die mit dir um die Häuser ziehen.

 

4. Wie sieht es mit den Preisen und Angeboten beim Rapture Surfcamp aus?

  Tipp: Postest du auf Facebook, dass du deinen nächsten Urlaub in einem Rapture Surfcamp verbringst, so erhältst du 5 % Rabatt auf deine Buchung!

Die Preise bei Rapture Ericeira hängen davon ab, ob du in der Hauptsaison (HS) oder in der Nebensaison (NS) urlaubst. Folgende Zeiträume kommen dabei in Frage:
NS: 1. April bis 30. April sowie 1. Oktober bis 31. Oktober
HS: genau dazwischen, also von 1.5. bis 30.9.

In den Zimmerpreisen inkludiert ist jeweils das Frühstück und Abendessen, allerdings laut Homepage nur von Montag bis Freitag. Samstags und Sonntags bekommst du zwar auch das Frühstück, das Abendessen entfällt jedoch. Samstags gibt es ein Barbecue an dem du für 8 € teilnehmen darfst und am Sonntag kannst du mit der Rapture Crew in ein Restaurant nach Ericeira spazieren, auf eigene Kosten versteht sich.
Folgendermaßen lauten die Tarife pro Tag und Person:
4-6-Bett-Zimmer:   NS: 29 €, HS: 39 €
Doppelbett-Zimmer:   NS: 45 €, HS: 50 € (x2 ergibt den Zimmerpreis)
Doppelbett-Appartment:   NS: 55 €, HS: 50 € (x2 ergibt den Zimmerpreis).

Alles Weitere (Surfkurs, Transfer, Yoga, …) musst du extra bezahlen und die Preise dafür lauten:

  •  Surfunterricht (2 Stunden Unterricht, Surfboard, Wetsuit und Transport)    30 €
    – zusätzlich kannst du das Equipment auch nach dem Surfkurs nutzen
    – jeden Tag möglich außer Sonntag
  • Surfguiding (Beratung und Transfer zu den Surfspots)    5-10 €
  • Surfboard Verleih pro Tag   10 €
  • Wetsuit Verleih pro Tag   10 €
  • Yoga pro Person und Stunde   10 €
  • Surfgear Versicherung für die ganze Woche   40 €.
  Tipp: Als Student lohnt es sich nach einem kleinen Studentenrabatt zu fragen. Die Chance einen zu bekommen ist durchaus gegeben 😉.

Ins Rapture Camp kannst du auch gehen, ohne überhaupt ein Surfpaket in Anspruch zu nehmen. Am Ende zahlst du auch nur für jene Tage den Surfkurs, an denen du einen besucht hast. Unabhängigkeit und Flexibilität sind somit große Stärken des Rapture Surfcamp Portugal.

 

5. Fazit und Bewertung des Rapture Surfcamp Portugal:

Das Rapture Surfcamp Ericeira verfügt über einige Stärken, weist aber auch die ein oder andere Schwäche auf. Willst du im (Surf-)Urlaub richtig abschalten, eine schöne Unterkunft mit ausreichend Platz beziehen und einen gewissen Grad an Luxus und Komfort genießen, so wirst du in einem anderen von uns getesteten Surfcamp besser aufgehoben sein.
Willst du in einem coolen Camp viele Leute kennen lernen und in der Surfhauptstadt Portugals jeden Tag aufs Neue entscheiden, ob und wieviel du surfen möchtest, dann ist Rapture definitiv eine Option. Vom ruhig gelegenen Camp mit schönem Ausblick erreichst du in wenigen Gehminuten den Strand zum Surfen und auch das Stadtzentrum von Ericeira kannst du noch zu Fuß erreichen (rund 30 Minuten).

Surfen bei Rapture macht definitiv Spaß und wird deine Skills verbessern. Ob dir aber der Unterrichtsstil gefällt, musst du selbst beurteilen.
Wir geben dem Camp selbst 3 Sterne. Hauptsächlich aufgrund des erwähnten Platzmangels und der Tatsache, dass die Preise nicht unter jenen der Konkurrenz liegen, die mehr Komfort bietet. Unser Draco hatte, trotz gelegentlicher Wartezeiten, Spaß im Wasser und ist mit dem Surfen bei Rapture mit 4 von 5 möglichen Punkten zufrieden.